DavorCoin | Beispiel für sogenannten “Scam”

DavorCoin scam

Inzwischen sprießen fast schon täglich neue Altcoins aus dem Boden. DavorCoin (DAV) ist einer davon und lockt momentan mit Prognosen von Renditen in Höhe von bis zu 48 Prozent. Investoren seien jedoch gewarnt: DavorCoin lässt zahlreiche Fragen unbeantwortet und könnte ein Schwindel sein. Ich möchte daher ein paar Fakten zu dem Projekt aufzeigen.

DavorCoin: Das Geschäftsmodell ist eine Leihplattform ähnlich Bitconnect

DavorCoin, das angibt eines der ambitioniertesten Krypto-Projekte zu sein, ist kurz skizziert eine Peer-2-Peer Leihplattform, nicht sehr unähnlich zu Bitconnect.

Die Einnahmen sollen über ein Arbitrage-System erzeugt werden. Ein Beispiel für ein gut funktionierendes Arbitrage-Sysstem ist bspw. Webet4you, von der Firma eVision Team, in das ich investiert bin. Die Programmierer von DavorCoin geben obendrein an, dass dabei Geld der Anleger in ICOs investiert wird. Diese Verknüpfung soll Renditen von bis zu 48 Prozent gestatten. Bei dem Unterfangen kommen schnell Vergleiche mit Bitconnect auf. Dieses ging erst kürzlich als populärster SCAM in die jüngere Historie der Cryptocurrencies ein.

Nach den Werbeversprechen von DavorCoin müssen bei einer Anlagesumme von USD 1.300,00 USD binnen nur 200 Tagen USD 6.000,00 erreicht sein. Eine prozentuale Zunahme von rund 360 Prozent.

Kräftige Werbeaktionen auf Twitter

Ein Referral-System befeuert die Verbreitung von DavorCoin

Durch das Referral-System wird der Cryptocoin besonders intensiv im Netz beworben. Ein Referral-System funktioniert wie das klassische Empfehlungsmarketing: Herr Meier ist Kunde bei Autoversicherer A und wird auf das “Kunde wirbt Kunde”-Angebot aufmerksam. Für die erfolgreiche Weiterempfehlung der Versicherung würde Herr Meier einen Bonus von 30 € bekommen.

So ähnlich funktioniert ein Referral-System online. Nur, dass Herr Meier einen Link an seine Bekannten versendet. Wenn diese sich registrieren, erhält Herr Meier einen prozentualen Anteil der investierten Coins.

Heftiger Kursabsturz von DavorCoin

Das bedeutet allerdings, dass der letzte Schutz der Anleger – dass viele zusätzliche Investoren das eingezahlte Geld DavorCoin durch Mindesteinlagezeit übergeben hatten – ersatzlos gestrichen wurde. In der Folge kam es binnen nur 12 Tagen zum Kursabfall des DavorCoins von USD 170,00 auf nur 0,4 Cent. BTC-Echo schreibt dazu:

Die Verleihplattform auf Krypto-Basis und eigener Blockchain funktionierte exakt bis zu dem Tag, als es zu wenig neue Anleger gab und ein Großteil der Kunden plötzlich nach der Bekanntgabe neuer Konditionen ihre Einlagen zurückhaben wollten. Am 25. Januar 2018 teilten die anonymen Seitenbetreiber mit, dass man sein verliehenes Geld nun auch vor Ablauf des vereinbarten Investitionszeitraums abziehen konnte. Das verliehene Kapital musste dafür lediglich 14 Tage in Umlauf sein. Plötzlich fehlte den Betreibern das Kapital, um die vielen Anleger zu bedienen, die ausgezahlt werden wollten.

Der Kurs des DavorCoins stürzte in der Folge von anfangs 170 US-Dollar auf weniger als einen halben US-Cent ab, das Schneeballsystem kollabierte, die meisten Anleger gingen so gut wie leer aus. Auf Facebook gaben Anleger ihre herben Verluste  bekannt.

Aus 4.000 US-Dollar wurden plötzlich ganze neun US-Dollar. Ein anderer Nutzer erhielt von seiner Einlage in Höhe von 20.000 US-Dollar noch ganze 23,50 US-Dollar zurück. (Quelle: https://www.btc-echo.de/davorcoin-betrug-mit-system/)

DasErgebnis ist für die Anleger sehr bitter, wenn man den Kursabsturz der Kryptowährung betrachtet:

Texas verschickt DavorCoin eine Unterlassungsanordnung

Der US-Bundesstaat Texas ist führend bei der Regulation von Kryptowährungen. Vergangene Woche gab das Texas State Security Board (TSSB) seinen 4. Notfall-Unterlassungsbefehl diesen Monat bekannt. Diesmal ist das umstrittene DavorCoin Anlass der Unterlassung.

Laut der offiziellen Klage von TSSB, die am 3. Februar gefertigt wurde, verstößt DavorCoin gegen Teile des Texas Securities Act, indem der Betrieb nicht angemeldete Handelspapiere zum Verkauf anbietet und die Allgemeinheit irreführt, um ahnungslose Investoren anzulocken.

Bitconnect, das die vergangenen Wochentage schließlich forciert wurde, alle Operationen still zu legen, erhielt eine gleiche Unterlassungsverfügung von TSSB sowie dem North Carolina Security Board.

3 Punkte die ich vor einem Kryptoinvestment immer prüfe:

Zunächst ist meiner Meinung nach zu betonen, dass ein Referral-System per se nicht verwerflich ist. Verwerflich ist, wenn es mit

  • betrügerischer Absicht betrieben wird,
  • das Geschäftsmodell auf Sand gebaut ist und
  • es nicht um die Vermaktung eines Produktes geht, sondern das Einsammeln  von Geldern der reine Zweck ist.

Bevor ich in Projekte investiere, ist mir immer besonders wichtig:

  • Ist die Kryptowährung bei coinmarketcap gelistet? Wenn nicht, skeptisch sein.
  • Ist der Coin schon an vielen Börsen, bzw. Exchanges gelistet?
  • Ich recherchiere gerne die Beteiligten, die sich hinter dem Projekt befinden. Haben diese ein LinkedIn-Profil? Was waren Projekte, an denen sie vorher beteiligt waren? Welche Personen beraten das Projekt und welche Erfahrungen haben diese vorzuweisen?
  • Ich investiere keine Beträge, deren Verlust ich existenziell nicht verkrafte. Gedanklich ist das investierte Kapital abgeschrieben.
  • Der wichtigste Punkt: Ich kontaktiere Personen aus meinem Netzwerk und vertraue auf deren Erfahrung (die teils mehrere Jahre im Kryptobereich beträgt).

Altcoins sind für mich passé

Im Laufe der Zeit hat sich meine und die Strategie von cryptoinvestments geändert. Ich investiere nicht mehr in Altcoins (DavorCoin war/ist so einer), da ich wenig überzeugt von einem solchen Investment bin. Vielmehr lege ich Überschüsse in bitcoin an und nutze die Bitcoin-Technologie als Instrument langfristiger Wertsicherung. Ähnlich wie Gold, nur in digitalisierter Form. Und viel sicherer.

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